Einladung zum Martinsumzug am 11.11.2019

Die Katholische und Evangelische Kirchengemeinde Stockstadt am Rhein laden herzlich zum ökumenischen Martinsumzug am Montag, 11. November 2019 ein. Der Umzug startet um 18 Uhr an der evangelischen Kirche Stockstadt und endet mit einem gemütlichen Beisammensein bei Glühwein, Punsch etc. an der katholischen Kirche. Die musikalische Begleitung übernimmt der Evangelische Posaunenchor Stockstadt. Herzliche Einladung hierzu!

Ried-Echo vom 24.10.2019: Langer Atem für die Musik

Seit fünf Jahrzehnten leitet Ingeborg Haust den Posaunenchor der evangelischen Gemeinde in Stockstadt. Helmut Schneider ist ebenso lange ihr Schüler. Beide wurden nun geehrt.

Von René Granacher

STOCKSTADT – 50 Jahre an der Posaune, 50 Jahre Musik zur Ehre Gottes: eine reife Leistung. Ein doppeltes kirchenmusikalisches Jubiläum hat die evangelische Gemeinde am Sonntag mit einem Festgottesdienst und anschließendem Empfang in der Kirche gefeiert. Denn Ingeborg Haust ist seit einem halben Jahrhundert Leiterin des Evangelischen Posaunenchors, Helmut Schneider ebenso lange ihr Schüler. Als die Lehrerin Ende 1969 die Leitung der Gruppe übernahm, war der Bub namens Helmut einen Monat zuvor beigetreten und erlernte von da an sein Instrument.

Viele andere folgten ihm, kamen über die Jahre dazu und gingen auch wieder, wenn sich die Lebenssituation änderte. Haust und Schneider blieben und wurden nun vielfältig gewürdigt und geehrt. Denn die Musik des Posaunenchors ist aus dem Leben der Kirchengemeinde nicht wegzudenken: bei Gottesdiensten und Festen, bei ökumenischen Veranstaltungen wie dem Martinszug, über lange Jahre auch beim Pfarrfest der katholischen Gemeinde. Auch in anderen Orten trat die Gruppe auf, so in Biebesheim oder bei der Waldweihnacht auf dem Kühkopf.

Für das Posaunenwerk der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau war Martin Weisser gekommen, um die Leistungen der Leiterin und des Musikers über fünf Jahrzehnte zu würdigen. Viel Freizeit sei während dieser langen Zeitspanne in die Kirchenmusik geflossen. Die Zahl der Posaunenchöre in evangelischen Gemeinden nehme langsam ab, sagte er, liege aber allein im Bezirk Starkenburg noch bei 71.

Richard Hefermehl dankte für den Kirchenvorstand und erinnerte sich, wie er zeitweise selbst dem Posaunenchor angehört hatte. Er hob hervor, dass Haust zu den Übungsstunden seit 50 Jahren nach Stockstadt fahre, erst aus Alsbach und nun schon lange aus Darmstadt. Zugleich sei sie in ihrer Funktion die dienstälteste Mitarbeiterin der Kirchengemeinde und eine Konstante im Ort.

Unzählige Stücke hat Haust in dieser Zeit mit der Gruppe eingeübt und oft auch umgeschrieben, schon weil Musik für kirchliche Posaunenchöre traditionell in der speziellen Kuhlo-Notation steht, sodass sie direkt aus Gesangbüchern gespielt werden kann. In 50 Jahren waren es etwa ebenso viele Männer und Frauen, früher auch Jungen und Mädchen, die unter Leitung von Ingeborg Haust gespielt haben.

13 sind es derzeit, und mehr sollen es auch nicht werden: „Ich will keine Zeit mehr in die Ausbildung von Neuzugängen investieren“, erklärt Haust. „Wir werden jetzt zusammen alt.“ Aus Marburg stammend, war sie schon früh durch ihren Vater, ebenfalls Leiter eines Posaunenchors, in Berührung mit Blasinstrumenten gekommen. Nachdem ihre ältere Schwester schon Tenorhorn spielte, durfte sie mit 14 Jahren anfangen, die Posaune zu erlernen.

Als Lehrerin in Gernsheim kam sie durch ihren Vorgänger Karl Heinz Hannig, einen Studienkollegen, in Verbindung mit dem Posaunenchor der Stockstädter Gemeinde. Diese wollte sie zunächst nicht einstellen, weil weibliche Chorleiter damals ganz unüblich waren, besann sich dann aber eines Besseren. 15 Pfarrer und Pfarrerinnen erlebte Haut schließlich in den Jahrzehnten ihrer Tätigkeit.

Zu den Kostproben ihres Könnens, die von den Bläsern in dem Gottesdienst mit Pfarrer Hans Jürgen Basteck zu erleben waren, gehörte der Bach-Choral „Nun danket alle Gott“. Mehrere Stücke erklangen gemeinsam mit dem Flötenkreis der Gemeinde (Leitung: Sonja Siegel), so zum Abschluss die „Irischen Segenswünsche“ auf ein Motiv aus dem bekannten Kanon von Pachelbel.

Aktuelles vom Evangelischen Kirchenchor Stockstadt

Derzeit bereitet sich der Evangelische Kirchenchor Stockstadt mit einem gemischten Projekt aus Männern und Frauen auf zwei Adventskonzerte vor.

Hierzu treffen sich die Sängerinnen und Sänger jeden Donnerstag im Evangelischen Gemeindehaus.

Die beiden Konzerte unter dem Motto „Verleih uns Frieden gnädiglich“ finden am Sonntag, 08.12. (18:00 Uhr) und am Mittwoch, 11.12.2019 (19:30 Uhr) in der Evangelischen Kirche Stockstadt statt. Karten zu 10 Euro pro Person sind ab November erhältlich.

Ab 2020 verschiebt der Chor seine regelmäßigen Proben dauerhaft auf Montag ab 20:00 Uhr!
Wenn Sie immer schon mitsingen wollten und der Mittwoch bisher nicht passte, ist das die Gelegenheit, unverbindlich montags bei uns reinzuschnuppern. Wir freuen uns auf jede weitere Sängerin.

Ried-Echo vom 1.10.2019: „Neues Pfarrerpaar in Stockstadt“

Pfarrerin Ksenija Auksutat und Pfarrer Hans Jürgen Basteck sind in einem evangelischen Gottesdienst in ihren Dienst offiziell eingeführt worden.

von René Granacher

STOCKSTADT – Tätig sind sie schon seit einigen Wochen, am Sonntagabend wurden sie offiziell in ihre Ämter eingeführt: Die evangelische Gemeinde hat ein neues Pfarrerpaar in Ksenija Auksutat (54) und Hans Jürgen Basteck (57). Weil es der Tag des Erzengels Michael war, standen bei dem Gottesdienst auch Engel im Blickpunkt und wurden auf verschiedene Weisen zum Thema.

Zu Beginn begrüßte Richard Hefermehl als Vorsitzender des Kirchenvorstands alle Teilnehmer im vollen Gotteshaus. Zwölf Mitglieder der Gemeinde sprachen kurz zu Formen, in denen der Beistand von Engeln spürbar werden kann, etwa Ausdauer oder Liebe, Tatkraft oder Geborgenheit. Die Anfangsbuchstaben dieser Begriffe formten zusammen das Wort „Alltagsengel“ – ein Hinweis darauf, dass man nicht nur auf himmlischen Beistand warten muss, sondern selbst zum Engel für andere werden kann.

Dekanin Birgit Schlegel ging in ihrer Ansprache darauf ein, dass die Wege zum Pfarrberuf unterschiedlich sind: mal ganz direkt und mal auf verschlungenen Umwegen. Dann ging sie beispielhaft auf die Lebenswege von Auksutat und Basteck ein. Die Pfarrerin wuchs in Crumstadt auf, war schon in ihrer Jugend in der Gemeinde aktiv und wurde Prädikantin, bevor sie in Frankfurt, Hamburg und New York Theologie studierte. Zu ihren weiteren Stationen gehörten der Pressebereich der Evangelischen Kirche in Deutschland, der Kirchenladen in Darmstadt, das konfessionskundliche Institut in Bensheim, aber auch Gemeindearbeit in Darmstadt oder Mörfelden. Daneben widmete sie sich immer der Glaubensvermittlung im Rundfunkbereich.

Pfarrer Basteck hatte zwar eine Religionslehrerin zur Mutter, begeisterte sich aber zunächst mehr für ein Studium der Forstwirtschaft. Nach dem Wechsel zur Theologie studierte er unter anderem in Göttingen, Marburg und Amsterdam, leitete anschließend Gemeinden in Großkrotzenburg und Atlanta. 13 Jahre lang war er anschließend Pfarrer im nordhessischen Wolfhagen.

Nach Südhessen kam er 2017 und lernte hier Ksenija Auksutat kennen. „Das Leben ist Beziehung“, schloss die Dekanin, und manches habe sich erst mit der Zeit zu einem Ganzen gerundet. Das Pfarrerpaar wolle nun neue Ideen und Konzepte einbringen, etwa beim Konfirmandenunterricht. Beide besäßen die Bereitschaft zuzuhören und auf andere zuzugehen.

Bei der eigentlichen Einführung wurde Schlegel begleitet von Heike Hartung für den Kirchenvorstand sowie Pfarrer Frank Sticksel aus Heppenheim. In seiner anschließenden Predigt spannte Basteck einen weiten Bogen vom Text aus dem Lukasevangelium, in dem 72 Jünger – wie Engel – zum Dienst ausgesandt werden, bis zur Bedeutung des Namens Michael „Wer ist Gott?“ als Warnung vor falschen Götzen wie Geld und Erfolg. Jesus lenke den Blick auf das Ewige: „Schon heute können wir teilhaben am Himmelreich und Engel sein für andere.“

Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst von Miriam Fischer an der Orgel. Zu Eröffnung und Schluss spielte außerdem der Flötenchor klassische Weisen unter der Leitung von Sonja Siegel. Die Liturgie bereicherte der Kirchenchor, den in Vertretung Beatrice Weber aus Biebesheim leitete.

An den Gottesdienst schloss sich ein Empfang an, der Gelegenheit zum Gespräch und zum Kennenlernen des neuen Pfarrerpaars bot. Dieser Austausch war wegen des ungewissen Wetters vom Platz vor der Kirche verlegt worden ins Gemeindehaus. Dort nutzten auch die verschiedenen Gruppierungen der evangelischen Kirchengemeinde ebenso wie katholische und bürgerliche Gemeinde die Möglichkeit, das Paar mit guten Wünschen für seine Tätigkeit in Stockstadt zu versehen.

Abendgottesdienst mit Einführung des neuen Pfarrerehepaars

Die Evangelische Kirchengemeinde Stockstadt lädt herzlich zum Einführungsgottesdienst des neuen Pfarrerehepaars der Gemeinde – Pfarrerin Ksenija Auksutat und Pfarrer Hans Jürgen Basteck am Sonntag (29.9.) um 18 Uhr in die Evangelische Kirche Stockstadt ein.

Die Einführung wird durch Dekanin Birgit Schlegel erfolgen. Musikalisch begleitet wird der Gottesdienst vom Kirchenchor und dem Flötenkreis der Kirchengemeinde. Der Kirchenvorstand freut sich auf die Zusammenarbeit mit den beiden Pfarrpersonen, die seit 1. September ihren Dienst in der Gemeinde tun.

Im Anschluss an den Gottesdienst bietet ein Umtrunk vor der Kirche Gelegenheit zum persönlichen Kennenlernen und Gespräch.

Ried-Echo vom 24.8.2019: „Kirchenbücher als wichtigste Quelle“

Von René Granacher

STOCKSTADT – Geschichtliche Ereignisse scheinen weit weg – außer, wenn sie die eigenen Vorfahren betreffen. Jörg Hartung hat am Donnerstagabend rund 40 Stockstädtern ihre historischen Wurzeln nahegebracht, als er über die Geschichte alteingesessener Familien referierte.

Es ging um Namen, die schon immer zu Stockstadt zu gehören scheinen. Tatsächlich sind jedoch viele dieser alteingesessenen Familien erst im Laufe des 18. Jahrhunderts in den Ort gekommen, oft aus benachbarten Dörfern. Andere sind nach dem Dreißigjährigen Krieg zugezogen, als Not und Verwüstung viele Menschen aus ihren Heimatorten vertrieben.

Die wichtigste Quelle für solche Informationen sind Kirchenbücher, erläuterte Hartung. Erst seit 1875 gibt es deutschlandweit eine amtliche Registrierung von Geburten, Heiraten und Taufen – vorher haben die örtlichen Pfarrer diese Ereignisse notiert. Das Entziffern der alten Unterlagen ist eine Herausforderung: Schriften und Schreibweisen verändern sich, erklärte Hartung, und erfordern immer wieder neues Einlesen. „Und mancher Pfarrer hatte einfach eine Sauklaue.“

Als er sich mit 15 für die eigenen Vorfahren zu interessieren begann, konnte er selbst nichts in den alten Büchern lesen und bekam viel Hilfe vom damaligen Pfarrer Karl-Heinz Horlebein. Die Familie Grünig, der Hartungs Mutter entstammt, entpuppte sich dann als eine der am längsten nachweisbaren im Ort: Seit dem 30-jährigen Krieg ist sie hier ansässig.

Da die erhaltenen Stockstädter Kirchenbücher – ein Teil verbrannte im Zweiten Weltkrieg in Darmstadt – nur bis 1643 zurückreichen, ist man für die Zeit vorher auf andere Unterlagen angewiesen. So auf eine Kriegsschadensliste von 1622, wo schon der Name Nösinger auftaucht. Nösingers (manchmal Nesinger geschrieben) waren immer wieder als Rheinfischer anzutreffen, auch der letzte Fischer des Ortes zu Beginn des 20. Jahrhunderts war ein Nösinger.

Berufe, die über die Generationen weitergegeben werden, finden sich immer wieder in den Unterlagen: viele Fischer und Bauern, aber auch traditionelle Handwerke – Bäcker, Metzger, Weber. Wahrscheinlich heirateten diese sogar öfter in benachbarte Orte, weil man möglichst einen Ehepartner aus dem gleichen Gewerbe suchte. So war die Familie Felger (aus Gundernhausen zugezogen) als Hirten tätig. Als Zimmergeselle kam 1715 der erste Kabey nach Stockstadt, und auch dieser Beruf hielt sich in der Familie.

Die Familie Hefermehl ist seit 1759 als wohlhabende Bauern in Stockstadt zu finden; in ihrem Herkunftsort Crumstadt schrieb und schreibt sie sich Hebermehl. Der Name Mölbert kam 1746 aus Erfelden, Lautenschläger 1869 aus Pfungstadt. Das Bäckerhandwerk pflegte die Familie Nold, 1779 aus Erfelden gekommen, bis Jakob Friedrich Nold aus einer Schlosserei einen großen metallverarbeitenden Betrieb aufbaute, der den Ort über Jahrzehnte prägen sollte.

Eine Familie Nübling oder Niebling findet man in Stockstadt nicht mehr, dabei war sie schon vor dem Dreißigjährigen Krieg hier ansässig: Ein Dokument von 1594 nennt einen Stockstädter Fischer dieses Namens. Seit 1750 gibt es keine Namensträger mehr, doch das Erbe lebt fort, erklärte Hartung: Fast jeder alteingesessene Stockstädter hat Vorfahren namens Nübling. Wer seine Familiengeschichte nachverfolgen will, kann dazu das „Stockstädter Familienbuch“ nutzen, das Jörg Hartung verfasst hat.

Vortrag: „Ausflug in die Geschichte der Stockstädter Familien“

Die Evangelische Kirchengemeinde und das Museum Stockstadt am Rhein laden am Donnerstag den 22. August 2019 um 19 Uhr recht herzlich zu einer Vortragsveranstaltung zur Stockstädter Ortsgeschichte in das Evangelische Gemeindehaus, Marktstraße 13, Stockstadt am Rhein ein. Der Familienforscher und Autor des „Familienbuches Stockstadt am Rhein 1643 – 1900“, Jörg Hartung, wird an diesem Abend über den Ursprung der alten, für Stockstadt typischen, Familiennamen referieren. Im Vortrag wird beispielsweise darauf eingegangen, wann der jeweilige Familienname erstmals in Stockstadt vorkam, von wo der erste Namensträger einwanderte und welchem Beruf er nachging.

Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei, Spenden zur Finanzierung der Sanierung des Gemeindehauses werden erbeten.

Verabschiedung von Pfarrer Dr. Christian Ferber

Vakanzvertretung am 30. Juni beendet

Mit dem Gottesdienst am 30. Juni endete die Zeit der Vakanzvertretung durch Pfarrer Dr. Christian Ferber.
In seiner Predigt hob Pfarrer Dr. Ferber die positiven Entwicklungen hervor, die sich in der Kirchengemeinde im letzten Dreivierteljahr ergeben haben und die im Herbst letzten Jahres so sicher niemand erwartet hätte.

Der Vorsitzende des Kirchenvorstands Richard Hefermehl dankte Herrn Dr. Ferber für seinen Dienst in der Gemeinde und wünschte ihm für seinen weiteren Lebensweg – beruflich und privat – alles Gute und Gottes Segen. Pfarrer Dr. Ferber übernimmt nun zunächst die Elternzeitvertretung für die Gemeindepfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Einhausen.

Wie bereits berichtet, wird die Pfarrstelle der Stockstädter Kirchen-gemeinde voraussichtlich ab 1. September wieder besetzt sein. Auch für die weitere halbe Pfarrstelle in der Gemeinde wurde ein passender Kandidat gefunden, die Besetzung erfolgt hier durch die Kirchenleitung.

Ebenfalls im Gottesdienst verabschiedet wurde Frau Gabriele Emser, die nach 13 Jahren die Leitung der Gemeindegruppe „Bibelentdecker“ abgegeben hat. Richard Hefermehl dankte ihr für ihr langjähriges Engagement und die Leitung der Gruppe, die vor 13 Jahren zunächst als Angebot in der KiTa entstanden war, bevor sie vor nunmehr 10 Jahren als Gemeindegruppe weitergeführt wurde.

v.l.n.r.: Roger Funk (Kirchenvorstand), Gabriele Emser, Pfr. Dr. Christian Ferber, Richard Hefermehl (Vorsitzender des Kirchenvorstands)