Wir bedanken uns bei den Stockstädter Landfrauen für die wunderschöne Osterkrone, die auch in diesem Jahr den Platz vor unserer Kirche ziert.
Wir wünschen allen ein frohes und gesegnetes Osterfest!

Evangelische Kirchengemeinde Stockstadt am Rhein
Gemeinde im Dekanat Groß-Gerau / Rüsselsheim
Wir bedanken uns bei den Stockstädter Landfrauen für die wunderschöne Osterkrone, die auch in diesem Jahr den Platz vor unserer Kirche ziert.
Wir wünschen allen ein frohes und gesegnetes Osterfest!

„Trotz aller Not: Das Leben siegt!“
hr4 Gottesdienst am Ostermontag, 18. April 2022, 10.05 – 11.00 Uhr aus der Evangelischen Kirche in Stockstadt am Rhein
Am Ostermontag, dem 18. April 2022, überträgt hr4 live ab 10.05 Uhr den Gottesdienst aus der evangelischen Kirche in Stockstadt am Rhein. Pfarrerin Ksenija Auksutat gestaltet den Gottesdienst zusammen mit einem Team und predigt. hr4 Moderator Hermann Hillebrand übernimmt die Lesung aus der Bibel und begleitet durch den Gottesdienst. Aus der Kirchengemeinde wirken mit Dr. Otmar Nassau, Ruth Henninger und Michael Tagliente.


Der Gottesdienst findet unter 3G-Regelung statt, eine FFP2-Maske muss durchgehend getragen werden. Aufgrund der begrenzten Platzzahl wird um eine Anmeldung gebeten: Tel. 06158-84535 oder per Mail unter kirchengemeinde.stockstadt@ekhn.de
Darum geht es
Wir leben in bedrückten Zeiten. Umso mehr braucht es Hoffnung. An Ostern feiern Christ*innen: Christus ist auferstanden! Das Leben siegt. Gott hat den Tod überwunden und rettet aus Not. Im hr4 Gottesdienst geht es um Menschen, die an einem Tiefpunkt ihres Lebens Hilfe erfahren haben: den ersten Schritt heraus aus Trauer. Neuanfang nach einem Zusammenbruch im Beruf. Einen sicheren Ort auf der Flucht vor Krieg. „Ich war am Ende“, sagt in der Bibel der Prophet Jona, den ein großer Fisch vor dem Ertrinken im Meer bewahrt. Pfarrerin Ksenija Auksutat predigt über Jona und darüber, wie das Ende zum Anfang werden kann. Sie sagt: „Auch wenn ich selbst keinen Ausweg mehr weiß, ich will die Hoffnung nie aufgegeben: Gott hilft und schenkt neues Leben.“
Musik
„Aus der Tiefe rufe ich zu dir“ und „Christ ist erstanden“ heißen unter anderem die Osterlieder, die der Evangelische Kirchenchor Stockstadt unter der Leitung von Dagmar Staudt singt. Das Bläserensemble Contrapunctus spielt festliche Musik. Organist ist Jens Amend. Die musikalische Gesamtleitung hat Kantor Uwe Krause.
Nach dem Gottesdienst können Hörer*innen von 11 bis 13 Uhr anrufen und mit Pfarrerin Auksutat sowie einem Seelsorge-Team sprechen. Die Nummer ist 0 69 / 9 21 07 – 333.
Durch Steinwürfe sind erneut mehrere Fenster der Stockstädter Kirche beschädigt worden. Mehr als 10 schwarze Basaltsplitt-Steine zerstörten Teile der historischen Fenster. Sie waren vom Schulhof der benachbarten Insel-Kühkopf-Grundschule gezielt geworfen worden und landeten im Inneren der Kirche. Getroffen wurden sowohl weiße wie farbige Glasflächen der Fenster. Bereits im Dezember waren mehrere Scheiben durch Steinwürfe zerbrochen. Die beschädigten Fenster wurden von einem Kirchenvorsteher provisorisch abgeklebt. Sie müssen nun von einer Fachfirma repariert werden. Der Schaden beläuft sich auf mehrere tausend Euro.





Auch am historischen Anbau des Kirchturms beobachtet die Kirchengemeinde seit Wochen Vandalismus. Das Gebäudedach wird anscheinend in den Abendstunden immer wieder von Jugendlichen erklettert. Dabei nutzen sie den Zaun zum Schulhof sowie den Zugang vom angrenzenden Grundstück der früheren Volksbank-Filiale. Mehrfach wurden Dachrinnen und Dachziegel durch Tritte heruntergerissen.
Die Kirchengemeinde hat zum wiederholten Male Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Die Polizeistation in Gernsheim fährt verstärkt Patrouille in der Kirchstraße. Der Kirchenvorstand wird den Anbau mit Stacheldraht bewehren und mit Hinweisschildern versehen. Weitere Maßnahmen zur Absicherung werden derzeit geprüft.
Der Kirchenvorstand möchte jeden Bürger, der entsprechende Beobachtungen macht, ermuntern, dies der nächsten Polizeidienststelle zu melden, damit zeitnah eine Streife die Lage vor Ort überprüfen kann. Auf diesem Weg könnten sicher auch größere Schäden künftig vermieden werden.
Update 24.3.2022: Die nächste Anzeige geht raus – Wir sind fassungslos!



Am Donnerstag, 9. Juni 2022 findet ein Kennenlernabend für zukünftige Konfis und ihre Eltern statt. An diesem Abend werden auch einige der jugendlichen Teamer dabei sein und ihre Arbeit vorstellen. Der erste Konfi-Tag wird voraussichtlich am 25. Juni von 10 – 17 Uhr stattfinden.
Wer im kommenden Schuljahr 14 Jahre alt wird ist herzlich eingeladen, sich für den Konfi-Unterricht anzumelden. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden machen sich als Gruppe auf die Suche nach Gott und ihren eigenen Glauben. Die Jugendlichen lernen mehr über die Bibel, das Leben von Jesus und den christlichen Glauben für ihr eigenes Leben.
Der Unterricht findet einmal im Monat samstags als ganzer Konfi-Tag statt, an dem es auch ein gemeinsames Mittagessen gibt und viel Zeit für Spiel und Kreativität. Wenn die Corona-Zahlen es erlauben, findet der Konfi-Unterricht in Präsenz statt. Die Gruppe wird begleitet von einem jungen Team sowie Pfarrerin Auksutat. Auch wer noch nicht getauft ist, kann sich anmelden und dann im Lauf des Kurses taufen lassen. Im Frühjahr 2023 wird dann die Konfirmation gefeiert.
Die Teilnahme ist kostenfrei, man kann sich im Gemeindebüro ein Anmeldeformular bestellen. (Tel. 06158-8 45 35 oder per Mail unter kirchengemeinde.stockstadt@ekhn.de)
Menschen in der Ukraine brauchen jetzt viele ganz praktische Dinge wie Medikamente, Babynahrung und andere Produkte. Der Kirchenvorstand hat darum in seiner jüngsten Sitzung eine Spende in Höhe von 500 Euro für die Soforthilfe des Diakonischen Werkes beschlossen.
Einem Aufruf zum symbolischen Glockengeläut, das in manchen Kirchen um 19 Uhr, in anderen um 20 Uhr erklingt, schloss sich der Kirchenvorstand nicht an. Das Tagesgeläut um 19 Uhr rufe täglich zum Gebet, erklärte Pfarrerin Auksutat. Die evangelische Kirche in der Kirchstr. 10 ist weiterhin tagsüber für Gebete geöffnet und man kann dort eine Kerze entzünden. Viele Menschen sind in Sorge wegen der Kriegsgefahr, manche Ältere auch, weil eigene Erinnerungen als Kriegskinder wach werden. Pfarrer Basteck und Pfarrerin Auksutat stehen darum auch für Seelsorgegespräche zur Verfügung. (Einen Termin verabreden kann man unter der Telefonnummer 06158 – 89 51 26)
Bereits am Sonntag nach Kriegsbeginn fand in der evangelischen Kirche ein Friedensgottesdienst statt. Pfarrer Basteck ging in seiner Predigt auf die Rolle der russisch-orthodoxen Kirche ein und schilderte, wie der Moskauer Patriarch Kyrill I. seit Jahren die Politik des russischen Präsidenten Putin und den Anspruch auf die Ukraine theologisch rechtfertigt.
Die Katastrophenhilfe der Diakonie hilft im rumänisch- sowie im slowakisch-ukrainischen Grenzgebiet und stellt Lebensmittel, Trinkwasser und Hygiene-Artikel, Lebensmittel wie Babynahrung und Hilfsgüter wie Decken oder Medikamenten bereit. Dabei kann auf die seit Jahren bestehende gute Zusammenarbeit mit den lokalen Kirchen und Diakonischen Werken zurückgegriffen werden.
Geldspenden unter dem Stichwort: Ukraine-Krise an:
Diakonie Katastrophenhilfe
IBAN: DE68520604100000502502
BIC: GENODEF1EK1
Stockstadt: Mit einer Heiligen auf dem Kühkopf unterwegs
Unter dem Motto „Auf Ostern zugehen“ lädt die evangelische Kirchengemeinde Stockstadt zu Spaziergängen mit kleinen Impulsen und Übungen ans Hofgut Guntershausen ein.
Von René Granacher

STOCKSTADT – Mit einem Evangelisten und einer Heiligen durch das Naturschutzgebiet gehen – wann hat man schon mal diese Möglichkeit? Am Mittwochabend war das Ereignis der Pfarrerin Ksenija Auksutat zu verdanken, die zum ersten von sechs Kühkopf-Spaziergängen in der Fastenzeit eingeladen hatte. Unter dem Motto „Auf Ostern zugehen“ sind Interessierte eingeladen, in der Idylle rund um das Hofgut Guntershausen zur Ruhe zu kommen und sich auf Betrachtungen „über Gott und die Welt“ einzulassen.
Knapp 20 Teilnehmende – fast alle weiblich – waren zum ersten Treffen auf dem Parkplatz an der Altrheinbrücke gekommen. Von dort ging es zu vier Stationen, an denen die Pfarrerin unterschiedliche Themen ansprach. Beim Gehen und Zuhören blieb es aber nicht: Kleine Impulse und Übungen aktivierten die Gruppe und boten Gesprächsstoff.
Wer aus der Ferne sah, wie da eine Gruppe die Arme über den Kopf und an den Körper führte, sich in verschiedene Richtungen wandte und und für die Eindrücke der Umgebung öffnete, der mochte wohl eine Yogagruppe am Werk glauben. Tatsächlich gab es Berührungspunkte mit den körperlichen und geistigen Übungen nach indischer Lehre, aber hier stand die christliche Spiritualität im Hintergrund, keine östliche Philosophie.
Und kein Guru ließ hier die Energie fließen, sondern eine Heilige aus der Region: Hildegard von Bingen, populäre Heilkundige und Kirchenlehrerin, beschrieb eine „Grünkraft“, die allen Tieren und Pflanzen innewohnt. Durch monotone Tätigkeiten werde diese Grundlage des Wohlbefindens geschwächt, durch Bewegung in der freien Natur wieder aufgefrischt: ein gutes Mittel auch gegen Corona-Trübsinn.
Da trafen sich mittelalterliche Mystik, östliche Weisheit und moderne Trends wie Waldbaden bei einfachen Dingen wie einem Spaziergang im Vorfrühling, mit Vogelgesang allerorten, duftendem Bärlauch und einem fast schmerzhaft schönen Sonnenuntergang. Nach Anleitung erfühlten die Teilnehmer die Kraft der Natur, atmeten sie ein und schüttelten Belastungen ab. Auf den kurzen Wegen zwischen den Stationen wurde gezielt mal geschwiegen, mal geplaudert und mal gestaunt.
Aber in der Fastenzeit war auch ein Evangelist mit der Gruppe unterwegs. Ksenija Auksutat hatte das Johannes-Evangelium ausgewählt und las ein Stück daraus vor: Den bekannten Prolog, der mit theologischem Tiefsinn und poetischer Schönheit die Geschichte Jesu nicht erst zu Bethlehem beginnen lässt, sondern den Heiland vielmehr als Teil des Göttlichen seit Ewigkeit identifiziert, als die von Beginn an geplante Erlösung der Welt. Nicht Biografie steht hier im Vordergrund, wie bei Matthäus oder Lukas, sondern die Einordnung des Jesus-Geschehens in eine viel größere Ideenlehre, die Judentum und griechische Philosophie umgreift.
Aus den Erläuterungen der Pfarrerin nahmen die Abendspaziergänger viel Interessantes mit. An den folgenden Terminen soll auf Ostern zu vor allem zum Tragen kommen, was Johannes über die Leidensgeschichte geschrieben hat. Ein weiterer roter Faden wird das Erleben mit allen Sinnen sein: Eindrücke zum Sehen und Hören, Fühlen, Riechen und Schmecken kündigte Auksutat an. Mit Gebet, Segen und einem gemeinsamen Abendlied endete der Rundweg nach einer Stunde. Auch wer nicht dabei war, kann am Mittwoch, 16. März, mitgehen, wieder ab 17.30 Uhr auf dem Parkplatz.
Am Freitag, den 04. März trafen sich die Frauen der beiden Stockstädter Kirchengemeinden in der evangelischen Kirche, um gemeinsam den Weltgebetstag zu feiern.
Frauen aus England, Wales und Nordirland haben die Liturgie vorbereitet, und im Zentrum stand das Motto: „Zukunftsplan: Hoffnung.“
Vor dem Altar stand wie jedes Jahr die Weltgebetstagskerze und die Bibel auf Tüchern, mit denen das diesjährige Titelbild nachgebildet wurde, ein Weg, der ins Weite führt.
Am Eingang erhielten alle Teilnehmenden ein Hoffnungslicht, das sie während der Feier entzünden konnten.
Aufgrund von Corona konnten auch in diesem Jahr keine Treffen stattfinden, in denen die Lieder gelernt wurden und so wurden in diesem Gottesdienst die Lieder von der CD abgespielt und nur beim üblichen Schlusslied „Der Tag ist um“ konnten alle mitsingen, auch wenn dies mit FFP2 Maske klanglich nicht so voll tönte, wie in den Jahren vor Corona.
Der Bibeltext aus Jeremia 29, 1-14 stand im Zentrum der Liturgie. Das Volk im Babylonischen Exil soll die Krise akzeptieren, aber die Hoffnung nicht verlieren, soll sich nicht abschotten, sondern dem Neuen öffnen. „Denn wenn ihr mich von ganzem Herzen sucht, werde ich mich von euch finden lassen.“ (Jer 29, 13-14)
Im Gottesdienst begegneten den Anwesenden drei Frauen, die von ihren Lebenssituation erzählten, von Armut und Not, häuslicher Gewalt, körperlicher Behinderung und Einsamkeit und von dem Hoffnungslicht, das durch ihren Glauben zu ihnen kam.
Die Spenden für die Projektarbeit des Weltgebetstages wurden in diesem Jahr, passend zum Gastgeberland, in einer Teekanne gesammelt.
Zum Abschluss gab es noch für jede der Anwesenden ein Segensbändchen und nach dem Gottesdienst standen in der Kirche für die, die noch ins Gespräch kommen wollten, Tee und Gebäck bereit, vorbereitet von den Frauen der evangelischen Gemeinde.
Regina Schulz-Heßling


Wir möchten auf diesem Wege darauf hinweisen, dass wir unseren Abendgottesdienst am kommenden Sonntag (27.2.) um 18 Uhr als Bittgottesdienst für den Frieden gestalten werden.
Herzliche Einladung.
Für alle, die Zeit mit sich und in der Natur verbringen möchten, bietet die Evangelische Kirchengemeinde Stockstadt am Rhein in der Passionszeit Abendspaziergänge zum Abschalten an. Wer gerne zu Fuß in Bewegung kommen möchte und in der herrlichen Umgebung des Kühkopfs den Tag bedenken und gute Worte hören will, ist herzlich willkommen. Die Spaziergänge dauern rund eine Stunde, finden auch bei Regen statt und sind für alle mit normaler Gehfähigkeit geeignet. Die Termine können auch einzeln wahrgenommen werden.
Der erste Spaziergang findet am Mittwoch, 9.3. statt. Treffpunkt ist jeweils 17.30 Uhr am Parkplatz an der Stockstädter Brücke zum Kühkopf. Die fünf weiteren Spaziergänge finden jeweils Mittwoch zur gleichen Zeit statt.
Weitere Informationen bei Pfarrerin Auksutat – Telefon: 06158-89 51 26 oder eine Mail schreiben an pfarrerin.auksutat@stockstadt-evangelisch.de

Dass die meisten evangelischen Kirchen unter der Woche abgeschlossen sind, ist normal. Aber plötzlich waren die Kirchen auch sonntags geschlossen. Die Gottesdienste waren abgesagt, von Staats wegen. Die Corona Pandemie, die seit Januar nach Europa schwappte, hatte Mitte März 2020 auch Deutschland erreicht. Am 22. März begann zwei Jahre zuvor der bundesweite Lockdown. Betroffen waren nicht nur Geschäfte und Schulen, Friseure und Sportstudios, sondern auch die Kirchen.

In Stockstadt beratschlagte der Kirchenvorstand. Das Sprichwort „Not lehrt beten“ kam einigen ganz neu in den Sinn. Und dann wurde der Beschluss gefasst, die Kirche auch unter der Woche tagsüber zu öffnen. Vor dem Altar wurde ein Kerzentisch eingerichtet und ein Buch ausgelegt, in das man ein Gebet schreiben kann.
„Lieber Gott, sei bei mir und meiner Familie in dieser ungewissen Zeit.“ schrieb jemand in diesen ersten Tagen der Pandemie. Eine Konfirmandin betete „ für die zahlreichen Opfer, die an Corona erkrankt sind und deren Angehörige, die darunter leiden.“ Eine Frau schreibt: „Ich bete für all die, die jetzt nicht zu Hause bleiben können, da sie in ihrer Arbeit für andere da sein wollen/müssen.“ Ungewohnt waren auch das Drumherum, das nun nötig war. An der Tür wurde ein Desinfektionsmittelspender aufgestellt, den ein Schreinermeister aus dem Ort passend zum Kirchengestühl angefertigt hatte. Neben dem Buch wurden zwei Behälter mit Kugelschreibern aufgestellt, an denen die Schilder „benutzt“ und „unbenutzt“ angebracht sind. Jeden Abend kam jemand, um die Kulis zu desinfizieren. Und in den ersten Wochen kam abends auch die Pfarrerin zum Gebet, wer wollte konnte es über Facebook live mitverfolgen.
Auch als der Kirchenvorstand nach sechs Wochen die Gottesdienste wieder aufnahm, blieb die Kirche tagsüber geöffnet. Und die offene Kirche wird angenommen. Immer neue Gebete kommen dazu. Jemand schreibt einen Psalmvers, ein anderer ein Gebet von Dietrich Bonhoeffer. Auch ein Gedicht von Pablo Neruda findet sich. Viele Menschen bedanken sich für die offene Kirche. Vor allem im Frühling, als viele Leute den Kühkopf als Ausflugsziel entdeckten. Auf der Bank vor der Kirche wurde in der Sonne gepicknickt, Kinder zündeten in der Kirche Teelichter an. Frida und Carla, zwei kleine Besucherinnen aus Hamburg, vermissten ihre Kinderkirche und freuten sich, hier mit Oma Kerzen anzünden zu können.
Eine offene Kirche ist nicht versichert, die Angst vor Vandalismus ist im Kirchenvorstand immer da. Einmal hatte jemand Dutzende Teelichter entzündet und alle Streichhölzer samt Schachtel gleich mitverfeuert. Glücklicherweise entstand kein Brand. Und einmal wurden zwei von Konfirmanden liebevoll dekorierte Kerzen mutwillig vor der Kirche zerstört, ebenso wie zwei Gesangbücher. Da hatte sich wohl jemand abreagiert, befand die Polizei, die zur Sicherheit informiert wurde und bis heute regelmäßig im Bereich rund um die Kirche besonders aufmerksam nach dem Rechten schaut.
Das Auf und Ab der Pandemie spiegelt sich auch in den Einträgen des Buches wider. Jemand fragte: wo bist du Gott? Warum lässt du es zu, dass der Mensch so leiden muss?“ Und nach einem Jahr Corona stellte jemand fest: „Durch die Situation ist so vieles schwierig geworden. Und es entstehen Streitigkeiten, welche nicht sein müssten.“ Das Gebetbuch zeigt, Menschen vertrauen sich an diesem Ort Gott auch mit ihren Schwierigkeiten und Konflikten an.
Immer wieder scheint auch der Alltag durch. Eltern zeigen ihrem Baby die Kirche, „wo er nächste Woche getauft wird.“ Ein Schulkind bittet um eine Note drei in Sachkunde. Und ein Besucher spricht im Buch direkt mit Gott: „Ich war schon lange nicht mehr hier, weil ich krank war. Aber das weißt du ja.“
Und noch etwas hatte der Kirchenvorstand verändert. Als im Mai 2020 die Gottesdienste wieder aufgenommen wurden, durfte zwar die Orgel erklingen, singen aber war über Monate nicht erlaubt und ist bis heute nur unter einer FFP2 Maske möglich. „Das ist nicht unser Gottesdienst, wie wir feiern wollen“, bilanzierte der Kirchenvorstand. Und verlegt die Anfangszeit des Sonntagsgottesdienstes auf 11:00 Uhr, um den Unterschied zum gewohnten Ablauf kenntlich zu machen. Dabei blieb die Gemeinde bis heute. Viele finden die spätere Uhrzeit toll, vor allem die Konfirmandinnen und Konfirmanden. Richard Hefermehl, der langjährige Vorsitzende des Kirchenvorstandes, kündigt eine Gemeindeversammlung an, bei der die Mitglieder gefragt werden sollen. „Das machen wir gleich nach Corona.“ Wie so vieles, dass in diesen mittlerweile zwei Jahren der Pandemie aufgeschoben werden musste. Und bis dahin bleibt die Kirche jeden Tag von neun bis 16:30 Uhr geöffnet.