Groß Gerauer Echo vom 13.03.2021 – Naturerlebnis und Spiritualität auf dem Kühkopf

In der Passionszeit bietet die evangelische Gemeinde Stockstadt Abendspaziergänge unter dem Motto „Auf Ostern zugehen“ an.

Von René Granacher

STOCKSTADT – In anderen Jahren bietet die Fastenzeit Gelegenheit, vom Gewohnten Abstand zu nehmen und zu sehen, was verzichtbar ist. Während der Pandemie aber ist vieles nicht wie gewohnt – und Verzicht an der Tagesordnung. Dennoch ermöglichen diese Wochen eine Besinnung und Vertiefung: Die evangelische Gemeinde lud zum ersten von vier Abendspaziergängen auf dem Kühkopf ein, die Naturerlebnis und Spiritualität verbinden.

18 Teilnehmer begrüßte Pfarrerin Ksenija Auksutat an der Kühkopfbrücke und stattete sie mit kleinen Kladden für Notizen aus. Denn zu den Impulsen, die sie vorlas, gab sie auch Anregungen, sich eigene Gedanken zu machen und vielleicht zu notieren. An mehreren Stellen machte die Gruppe Halt, die Wege dazwischen wurden teils im Gespräch zurückgelegt und teils in bewusstem Schweigen und Betrachtung der Natur.

Die Spaziergänge fallen auch in die Zeit, wo die Vegetation nach und nach aus ihrer Winterruhe erwacht – von Alters her ein Bild für die Auferstehung, die an Ostern gefeiert wird. Hoffnung und Leben trotz der Realität des Todes standen auch im Mittelpunkt der Texte, die Auksutat vorlas: aus dem Buch „Theologie der Hoffnung“ von Jürgen Moltmann, in dem er auch die Trauer über den Tod seiner Frau verarbeitet hat.

Gott ermöglicht Hoffnung trotz der Todeserfahrung, sagte die Pfarrerin, er gibt immer wieder Mut und Kraft im Glauben an seine Gegenwart und Liebe. Sie zitierte Moltmann: „Die Trauer geht nicht weg, sie ist so tief, wie zuvor die Liebe war. Aber sie ist kein Selbstmitleid.“ Auf einer Wiese beim Hofgut übten sich die Spaziergänger in der Wahrnehmung des eigenen Körpers und machten sich Gedanken zum Thema Endlichkeit.

Sich auf den Weg machen, beweglich werden – das Gehen als natürliche Fortbewegungsweise des Menschen ist in seinem Denken und der Sprache fest verankert, erklärte die Pfarrerin. „Auf Ostern zugehen“ sind die Spaziergänge überschrieben, in einem mehrfachen Sinn: Die Bewegung in der Natur, der Weg durch die Wochen, aber auch das allmähliche Erfassen des Sinns in diesem Fest.

Denn Ostern ist mehr als Eier und Hasen. Für den Apostel Paulus war die Auferstehung Jesu die Basis des ganzen christlichen Glaubens: ein Ereignis, das aus verängstigten Jüngern mutige Verkünder machte. Für Menschen deutet Moltmann den Begriff „ewiges Leben“ als ein erfülltes Leben, in dem man mit sich selbst ganz eins ist.

Neue Gottesdienstgruppe in der evangelischen Kirchengemeinde

In der Kirchenbank sitzen kann jeder – aber in Stockstadt können sich Interessierte jetzt auch an der Gestaltung beteiligen! In diese neue Gottesdienstgruppe bringt sich jede*r nach eigenen Fähigkeiten, Zeitbudgets und Begabungen ein.
Pfarrerin Auksutat, die die Gruppe jetzt ins Leben ruft, freut sich über jede Unterstützung mit kreativen Ideen zum Beispiel bei der Musik, der Vorbereitung von Dingen zum Mitgeben und natürlich der Mitwirkung im Gottesdienst.
In der Gruppe wird der Predigttext des entsprechenden Sonntags gelesen. Danach kann man Hintergründe zur biblischen Überlieferung kennenlernen und sich darüber austauschen. Schließlich werden Anknüpfungspunkten im heutigen Leben gesucht.

Das Team trifft sich zur Vorbereitung je nach Corona-Beschränkungen entweder online über Zoom oder im Gemeindehaus. Darum ist eine Anmeldung erforderlich. Anmelden zur Gottesdienstgruppe kann man sich im Gemeindebüro oder per Mail. (kirchengemeinde-stockstadt@ekhn.de oder Telefon 06158-84535)

Info für Kurzentschlossene: Das erste (virtuelle) Treffen soll am Montag, 8.3.2021 stattfinden. Bei Interesse bitte melden!

Festgottesdienst in der Stadtkirche Groß Gerau zur Eröffnung der Aktion „Hoffnung für Osteuropa“

Festgottesdienst am Sonntag, 7. März 10.00 Uhr in der Stadtkirche Groß Gerau Eröffnung der Aktion „Hoffnung für Osteuropa“ – sichtbare Nächstenliebe über Grenzen hinweg

Seit über 27 Jahren engagieren sich Menschen in unterschiedlichsten kirchlich-diakonischen und sozialen Projekten in Osteuropa. Dank großem Engagement und zahlreicher Spenden wird an vielen Orten Osteuropas zur Milderung der Not beigetragen und Zuwendung über Grenzen hinweg gefördert.  Kindern wird ein Erholungsaufenthalt ermöglicht, Jugendlichen eine Perspektive geschaffen und Bedürftige werden betreut. Nächstenliebe und grenzüberschreitende Solidarität wird sichtbar gemacht und gelebt.

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau sowie die Evangelische Kirche Kurhessen Waldeck eröffnen die Aktion jährlich mit einem gemeinsamen Gottesdienst.

In diesem Jahr ist die Stadtkirche in Groß Gerau Gastgeberin. An der Gestaltung des Gottesdienstes ist neben Wiebke Friedrich, Propsteikantorin, der stellvertretenden Dekan Hans-Jürgen Basteck, Pfarrer Helmut Bernhard, OKRin Claudia Brinkmann Weiß / EKKW  und Propst Matthias Schmidt / Oberhessen beteiligt. Stellvertretend für Initiativen, die sich in Osteuropa engagieren, wird der Verein „Kinderhilfe Gomel e.V.“ / Büttelborn, der seit Jahren eine enge Verbindung nach Belarus pflegt, vor Ort anwesend sein. Wenn Sie selbst ein Anliegen haben, das in den Gottesdienst aufgenommen werden soll, dann melden Sie sich bitte bis zum 1. März 2021 bei uns. Auf https://kurzelinks.de/HfO2021live können Sie live mitfeiern oder sich den Gottesdienst zu einem späteren Zeitpunkt ansehen. Sollten Sie selbst an dem Gottesdienst vor Ort teilnehmen wollen, dann bitten wir ebenfalls um vorherige Anmeldung. Wenn Sie diese Initiativen finanziell unterstützen möchten, dann können Sie das mit Ihrer online Kollekte tun www.ekhn.de/service/spenden-und-kollekte oder Sie wenden sich direkt an die Kinderhilfe Gomel e.V. 1. Vorsitzende: Margarete Krasusky, Telefon 069 27133966 Mobil 0173 3290811. info@kinderhilfegomel.de. Weitere Hinweise zu Projekten in Osteuropa finden Sie unter www.zentrum-oekumene.de und bei Pfarrerin Birgit Hamrich, hamrich@zentrum-oekumene.de  oder 069 97651832.

Hier der QR Code zur Gottesdienstübertragung

Abendspaziergänge in der Passionszeit

Für alle, die Zeit mit sich und in der Natur verbringen möchten, bietet die Evangelische Kirchengemeinde Stockstadt am Rhein in der Passionszeit Abendspaziergänge an.
In diesem Jahr hat das Leid aufgrund der Corona-Pandemie viele bewegt und betroffen. Pfarrerin Auksutat lädt ein, die Zeit vor Ostern auch zum Nachdenken über das eigene Leben zu nutzen. Bilder für Auferstehung und Hoffnung auf ewiges Leben stehen im Zentrum ihrer kurzen Impulse. Nachdenken, schweigen und reden wechseln sich ab. Die Spaziergänge dauern eine gute Stunde, finden auch bei Regen statt und sind für alle mit normaler Gehfähigkeit geeignet. Die Termine können auch einzeln wahrgenommen werden.

Termine: Mittwoch 10.3. / Mittwoch 17.3. / Mittwoch 24.3. / und Mittwoch 31.3.

Treffpunkt: jeweils 17:30 Uhr am Parkplatz Stockstädter Brücke zum Kühkopf

Die Spaziergänge finden statt, sofern die staatlichen Vorgaben aufgrund der Corona-Pandemie dies erlauben.
Informationen unter www.stockstadt-evangelisch.de und in der Tagespresse

Anmeldung telefonisch im Gemeindebüro 06158-84535 oder per Mail an kirchengemeinde.stockstadt@ekhn.de

Groß Gerauer Echo vom 11.02.2021 – Grußbotschaften für Stockstädter Seniorenzentrum

Mitglieder der evangelischen Gemeinde Stockstadt schreiben und malen für Bewohner und Mitarbeiter. Ein Zeichen der Hoffnung und Aufmunterung, erklärt Pfarrerin Auksutat.

Von René Granacher

STOCKSTADT – Die knapp 100 Bewohner des Seniorenzentrums in der Schillerstraße sind nicht nur von den Einschränkungen betroffen, die auch für andere Einrichtungen gelten. Seit es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem größeren Corona-Ausbruch gekommen ist, wurde eine noch stärkere Isolation der Pflegebedürftigen nötig. Um deren Alltag etwas fröhlicher zu gestalten, hat die evangelische Kirchengemeinde die Initiative ergriffen.

„Wir haben uns eine Aufmunterung für die Menschen ausgedacht“, erklärt Pfarrerin Ksenija Auksutat. „Zum einen Karten und Briefe, zum anderen Bilder von Kindern.“ Die Ergebnisse kamen am Dienstag im Seniorenzentrum an: 20 Bilder, 69 Karten und Briefe, alles sauber laminiert und darum gut zu desinfizieren. Dafür wurden die verschiedenen Gruppen der Kirchengemeinde aktiviert: „Gemalt haben Kinder der evangelischen Kita“, erzählt Auksutat, „geschrieben haben Mitglieder von Frauenhilfe, Kirchenchor, Alphakreis und Kirchenvorstand. Allen war es ein Anliegen, sich an der Aktion zu beteiligen.“

Das Ergebnis steht für Fröhlichkeit und Beisammensein: Blumenwiesen, Schmetterlinge und Herzen haben die Kinder gestaltet. Die Texte auf Briefen und Karten sollen Trost und Kraft vermitteln, nehmen oft auch Bezug auf die Hoffnungsbotschaft des christlichen Glaubens, etwa mit Engelsbildern. „Wir denken an euch!“, wird den Pflegebedürftigen vermittelt. „Es sollen aufmunternde Worte sein“, sagt die Pfarrerin, „die Hoffnung machen und zeigen: Du bist nicht allein.“ Es sei zugleich auch gedacht als Dank und Unterstützung für die Mitarbeiter der Einrichtung.

Diese Botschaft kam auch an: Geschäftsführerin Christine Drumm-Adam und Tanja Müller-Gruner als Leiterin des Sozialdienstes nahmen das Paket von Lichtblicken dankbar entgegen – pandemiegerecht in Schutzkleidung am gesperrten Hauseingang. „Die Menschen sind froh, mal etwas von draußen zu hören“, so Müller-Gruner. „Wir werden das gemeinsam mit ihnen anschauen, vorlesen und darüber sprechen.“ Da manche der Bewohner noch schreiben können, werde es sicher auch Antworten geben. „Vielleicht entwickeln sich sogar Brieffreundschaften daraus.“

Kirchenvorstandswahl 2021

Unsere Kandidatinnen / Kandidaten (vorläufiger Wahlvorschlag)

Am Sonntag (10.1.2021) stellten sich die Kandidatinnen und Kandidaten zur Kirchenvorstandswahl am 13. Juni 2021 im Rahmen der Gemeindeversammlung der Gemeinde vor.
Hier können Sie sich über die Kandidatinnen und Kandidaten informieren, sie sich bisher zur Kandidatur bereit erklärt haben:


Alle Informationen zur Kirchenvorstandswahl 2021 finden Sie hier…

130 Jahre Evangelische Frauenhilfe

Gottesdienst zum Jubiläum findet zu einem späteren Zeitpunkt statt

Der Kirchenvorstand der Evangelischen Kirchengemeinde Stockstadt am Rhein teilt mit, dass die Evangelische Frauenhilfe Stockstadt in diesem Jahr 130 Jahre besteht.

Ursprünglich sollte dieses Jubiläum im Gottesdienst am kommenden Sonntag (17.1.) gefeiert werden. Coronabedingt ist das leider nicht möglich. Die Feier anlässlich des Jubiläums der Frauenhilfe wird daher zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Der Gottesdienst am Sonntag (17.1.) findet dennoch – unter Einhaltung aller Hygienemaßnahmen – statt und wird von Pfarrerin Ksenija Auksutat geleitet.

Groß Gerauer Echo vom 8.1.2021 – Luther und der Schwedenkönig in Stockstadt

Luther und der Schwedenkönig in Stockstadt

Neben gotischer Ornamentik zeigen die Fenster der Stockstädter evangelischen Kirche zwei Verfechter des Protestantismus.

Von Charlotte Martin

STOCKSTADT – Die 1607/08 erbaute, mit Holzbänken bestückte, und in feiner, gotischer Form gehaltene Kirche der evangelischen Gemeinde Stockstadt weist sieben hohe Chorraumfenster mit und farbenprächtiger Rundbogenornamentik auf. Wer vor dem Altarraum Platz nimmt, dessen Blick mag hinaufschweifen zum gotischen Spitzbogenornament des Mittelfensters, wo Ähren und Trauben Brot und Wein das Abendmahl symbolisieren.

„Wenn ich morgens in die Kirche komme, richtet sich mein Blick gleich auf die Symbolik des Mittelfensters oder auch der Seitenfenster, wo etwa eine winzig kleine blaue Nelke das Auge erfreut“, sagt Pfarrerin Ksenija Auksutat. „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von welchen mir Hilfe kommt“, zitiert sie dazu aus einem Psalm.

Links und rechts des Mittelfensters hinter dem Altar sind die hohen Fenster in Kleinformat mit den griechischen Buchstaben Alpha und Omega sowie mit dem Christusmonogramm in Verflechtung der griechischen Lettern Chi und Rho verziert. Die Offenbarung des Johannes – „Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende“ – sowie die Begrifflichkeit vom „Gesalbten“, vom „Messias“ aus dem Neuen Testament finden darin Ausdruck, erläutert die Stockstädter Pfarrerin.

Und doch – spirituelle Ornamentik und Symbolik sind letztlich nur Ummantelung der zentralen Glasmalerei zur Kirchengeschichte: Der Reformator Martin Luther Seite an Seite mit dem Schwedenkönig Gustav II. Adolf bildet in würdiger Pracht den Blickfang. Luther hält die Bibel in den Händen, der Schwedenkönig den Feldherrnstab. Denn: Die Reformation setzte sich nicht kampflos durch. „Das Porträt des Schwedenkönigs erinnert an die Flussüberquerung seiner Soldaten, die das Bollwerk der katholischen Spanier auf der anderen Rheinseite stürmten“, referiert Pfarrerin Auksutat. Was 1631 nahe Stockstadt geschah, sei ein unvergessenes Ereignis aus dem Dreißigjährigen Krieg, das sich ins kollektive Gedächtnis eingeprägt habe. „Gustav Adolf wurde hier gefeiert, denn Oppenheim war befreit, die Erzbischofsstadt Mainz erobert.“

Unter den Porträtbildern lesen wir: „Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen“ – ein Kirchenlied, das noch heute am Reformationstag nie fehlt. Ksenija Auksutat verweist parallel auch auf die Schwedensäule im Naturschutzgebiet Kühkopf-Knoblochsaue, die 1632 auf Befehl Gustav Adolfs errichtet worden sei und die heute ein beliebtes Ausflugsziel ist.

Die drei mittleren Fenster des Altarraums sind die ältesten der Stockstädter evangelischen Kirche, berichtet die Pfarrerin weiter: „Sie wurden nach dem Zweiten Weltkrieg anstelle der durch die nahe Explosion einer Luftmine zerstörten Fenster eingesetzt.“ Indes: „Luther und der Schwedenkönig waren schon vor dem Zweiten Weltkrieg das Motiv des Mittelfensters.“

Gestiftet wurde das Fenster mit den imposanten Herren von der Stockstädter Firma J. F. Nold, das linke Fenster von der Evangelischen Frauenhilfe, das rechte von Gemeindemitgliedern. Glaskünstler war laut Signet A. Matheis aus Frankfurt.

Alle übrigen Fenster sind im Zuge der Kirchenrenovierung 1973/75 neu gefertigt worden, erläutert die Pfarrerin der Altrheingemeinde abschließend.


Gemeindeversammlung zur Kirchenvorstands-Wahl 2021

Vorstellung der Kandidatinnen / Kandidaten

Der Kirchenvorstand der Evangelischen Kirchengemeinde Stockstadt am Rhein lädt ein zur Gemeindeversammlung mit Vorstellung der Kandidatinnen / Kandidaten zur Kirchenvorstandswahl 2021.
Die Gemeindeversammlung findet im Anschluss an den Gottesdienst am Sonntag, 10. Januar ab 12 Uhr in der Evangelischen Kirche statt.

Weitere Informationen zur Kirchenvorstandswahl 2021 finden Sie hier…